
Pici all’aglione sind lange, dicke Spaghetti aus handgezogener frischer Pasta, rau und unregelmäßig, sodass sie jeden Tropfen Sauce aufnehmen. Die Sauce ist leuchtend rot und duftend, zubereitet mit Aglione aus der Valdichiana: einem großen Knoblauch mit überraschend mildem Geschmack, der langsam in Tomaten gegart wird. Am Gaumen wirkt das Gericht vollmundig, rustikal und aromatisch, mit einer duftenden Süße, die die Pasta begleitet, ohne sie zu überdecken. Es ist das erste Gericht schlechthin auf den Tischen von Siena, serviert in Trattorien und in heimischen Küchen.
Für Siena und die Valdichiana verkörpern Pici all’aglione die Essenz der bäuerlichen Küche: einfache Zutaten, handwerkliche Zubereitung und klare Aromen. Die Pici, einzeln von Hand gezogen, erzählen von einem häuslichen Wissen, das über Generationen weitergegeben wurde, und gelten heute als eines der bekanntesten gastronomischen Symbole des sienesischen Gebiets.
Die Ursprünge der Pici reichen vermutlich bis in die etruskische oder mittelalterliche Zeit zurück, als auf dem Land eine einfache Pasta nur aus Mehl und Wasser zubereitet wurde. Die Aglione-Sauce entstand in der Valdichiana dank des lokalen Anbaus dieses großen, mild schmeckenden Knoblauchs, der die Tomatensauce aromatisiert, ohne sie scharf wirken zu lassen. Mit der Zeit wurde die Verbindung zwischen handgemachten Pici und dieser Sauce zu einem der identitätsstiftenden Gerichte der Küche von Siena.
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