
Die Finanziera ist ein reichhaltiger und intensiver Eintopf aus kleinen, angebratenen Innereienstücken, die von einer aromatischen, leicht süß-sauren Sauce umhüllt werden. Auf dem Teller wechseln sich unterschiedliche Texturen ab: die zarte Weichheit der Kalbsbries, der kräftige Charakter der Leberchen, die feine Struktur der Hahnenkämme und die erdige Note der Pilze. Das Aroma ist tief, buttrig und weinbetont – typisch für die historischen Küchen des Piemont. Traditionell wird das Gericht in der kalten Jahreszeit heiß als gehaltvoller Hauptgang serviert.
Die Finanziera ist eines der emblematischsten Gerichte der Turiner und savoyischen Tradition und ein Symbol für eine Küche, die einfache Zutaten in raffinierte Zubereitungen verwandeln kann. Entstanden zwischen aristokratischen Küchen und städtischen Trattorien, erzählt sie vom Zusammentreffen bäuerlicher Kultur und des bürgerlichen Geschmacks im Turin des 19. Jahrhunderts. Bis heute gilt sie als Teil des gastronomischen Gedächtnisses der Stadt.
Die Ursprünge der Finanziera reichen ins 18. und 19. Jahrhundert im Piemont zurück, als Kalbs- und Hühnerinnereien, die in adeligen Küchen aussortiert wurden, in reichhaltigen und schmackhaften Gerichten weiterverwendet wurden. Der Name wird häufig mit den „Finanzieri“ in Verbindung gebracht – elegant gekleideten Beamten, die die Turiner Restaurants besuchten, in denen das Gericht berühmt wurde. Im Laufe der Zeit hat sich das Rezept etabliert und umfasst Kalbsbries, Hahnenkämme, Leberchen, Pilze und eine mit Wein oder Essig abgelöschte Sauce.
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