
Der Bollito misto auf piemontesische Art ist ein Triumph verschiedener Fleischsorten, dampfend serviert und in große, zarte und saftige Stücke geschnitten. Rindfleisch, Huhn und andere traditionelle Stücke steigen aus einer duftenden Brühe auf, begleitet von lebhaften Saucen wie dem Kräuter‑bagnet verd und dem leicht süß‑sauren bagnet ross. Am Gaumen ist das Gericht reichhaltig, aber ausgewogen: zartes Fleisch, wohltuende Wärme und die aromatischen Kontraste der Saucen. Es ist der klassische gesellige Hauptgang bei langen Mittagessen in den historischen Trattorien Turins.
In Turin ist der Bollito misto weit mehr als nur ein Gericht: Er ist ein Ritual der piemontesischen Tafel. Er erzählt von der Kultur der städtischen Trattorien und der savoyischen Küche, in der der Respekt vor den Zutaten und die langsame Zubereitung zu Zeichen gastronomischer Identität werden.
Die Wurzeln des Bollito misto liegen in der piemontesischen Bauerntradition, in der verschiedene Fleischstücke langsam gekocht wurden, um große Familien zu ernähren. Im 19. Jahrhundert fand er auch Eingang in die bürgerliche und höfische Küche und wurde zu einem Symbol der piemontesischen Tafel, festgehalten in der berühmten Formel der „sieben Fleischstücke, sieben Beilagen und sieben Saucen“.
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