
Crostini neri nach Sieneser Art kommen als kleine Scheiben gerösteten Brotes auf den Tisch, dunkel und glänzend durch die Lebercreme, die sie bedeckt. Die Paté ist intensiv und aromatisch, mit der Tiefe von Hühnerlebern, bereichert durch Kapern und Sardellen, die eine elegante Salzigkeit verleihen. Die Konsistenz ist weich und samtig, im Kontrast zur Knusprigkeit des warmen Brotes. Serviert werden sie zu Beginn des Essens, wenn die Vorspeise den Tisch mit kräftigen, geselligen Aromen eröffnet.
In Siena sind Crostini neri das Sinnbild der toskanischen Vorspeise und der Trattoria-Küche. Sie erzählen von einer bäuerlichen Tradition aus einfachen Zutaten, die mit Geschick veredelt werden. Noch heute begleiten sie Familienessen, Dorffeste und festliche Tafeln und sind zu einer identitätsstiftenden kulinarischen Geste der Stadt geworden.
Die Zubereitung entstand in der armen toskanischen Küche, in der nichts vom Tier verschwendet wurde und Hühnerlebern in einer würzigen Creme ein neues Leben fanden. Bereits zwischen dem 19. und frühen 20. Jahrhundert in den Häusern und Osterien von Siena verbreitet, wurden Crostini neri später in der traditionellen Rezeptur mit Kapern, Sardellen und einem Hauch von Wein oder Brühe festgelegt. Mit der Zeit wurden sie zu einer der repräsentativsten Vorspeisen der Region.
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