
Stockfisch nach Mammola-Art ist ein kräftiges und duftendes Gericht, bei dem große Stücke Stockfisch langsam mit Kartoffeln, Tomaten, Oliven und Kapern gegart werden, bis eine dichte und aromatische Sauce entsteht. Der Fisch bleibt weich und blättrig, während die Kartoffeln die würzige, mediterrane Sauce aufnehmen. Das Ergebnis ist ein Gleichgewicht zwischen maritimer Salzigkeit und der Süße der Tomaten, mit kräuterigen und salzigen Noten. Serviert wird es heiß, oft als gehaltvoller Hauptgang bei geselligen Mittagessen und Volksfesten.
Für die Gegend um Reggio Calabria und das Hinterland des Aspromonte ist Stockfisch weit mehr als nur eine Zutat: Er ist ein identitätsstiftendes Symbol. Mammola, ein Dorf unweit von Reggio Calabria, ist gerade für diese Zubereitung berühmt geworden, die auch bei eigenen Festen gefeiert wird. Das Gericht erzählt von der Fähigkeit der lokalen Küche, einen haltbar gemachten Fisch aus Nordeuropa in eine zutiefst kalabrische Spezialität zu verwandeln.
Der Stockfisch gelangte durch mediterrane Handelsrouten zwischen dem Mittelalter und der frühen Neuzeit nach Kalabrien, als der aus Nordeuropa stammende getrocknete Kabeljau zu einem verbreiteten und gut haltbaren Lebensmittel wurde. In Mammola entwickelte sich das Rezept mit der Zugabe von Kartoffeln, Tomaten, Oliven und Kapern – typischen Zutaten der süditalienischen Vorratsküche. Im Laufe der Zeit wurde der „Stocco alla mammolese“ zu einer fest etablierten Zubereitung, die in historischen Trattorien und bei Dorffesten gefeiert wird.
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