
Maccheroni alla chitarra erscheinen als quadratische, raue und feste Pastafäden, die reichlich Sauce aufnehmen können. In L'Aquila werden sie von einem tief aromatischen Lammragout umhüllt, bei dem das Fleisch langsam mit Tomaten, Wein und Kräutern vom Land gart. Das Ergebnis ist ein intensiver, rustikaler und wohltuender erster Gang, bei dem die elastische Pasta auf die zarte, würzige Weichheit des Fleisches trifft. Es ist das Gericht, das in den Häusern der Abruzzen die Sonntagsessen und Festtafeln eröffnet.
Dieses Gericht erzählt von der pastoralen Seele des Hinterlands von L'Aquila. Das Lamm erinnert an die jahrhundertealte Tradition der Transhumanz und der Schafzucht, während die Pasta alla chitarra eine der identitätsstiftendsten Techniken der abruzzesischen Küche darstellt. Zusammen bilden sie ein gastronomisches Symbol, das die Stadt mit ihren Bergen und dem ländlichen Leben verbindet, das sie geprägt hat.
Maccheroni alla chitarra entstanden zwischen dem 19. und frühen 20. Jahrhundert in den Häusern der Abruzzen, dank der Verwendung der „chitarra“, eines Holzrahmens mit Stahldrähten, der den Teig in Spaghetti mit quadratischem Querschnitt schneidet. In der Gegend von L'Aquila wurde die Pasta häufig mit Lammragout kombiniert, einer Zutat, die in pastoralen Gemeinschaften reichlich vorhanden war. Mit der Zeit wurde das Rezept zu einem festen Bestandteil in den Trattorien und bei Familienessen der Stadt.
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