
Kleine Schatzkästchen aus hauchdünnem Eiernudelteig, elegant geknotet wie ein Seidentuch. Die Tortellini di Valeggio, auch Nodo d’Amore genannt, bergen eine feine Füllung aus Fleisch und aromatischen Gewürzen mit einem weichen, runden Geschmack. Der extrem leichte Teig scheint fast im Mund zu schmelzen, besonders wenn er von geschmolzener Butter und Salbei umhüllt oder in eine klare, duftende Brühe getaucht wird. Es ist ein raffiniertes erstes Gericht, das oft bei Festessen oder auf den sonntäglichen Tafeln rund um Verona im Mittelpunkt steht.
Für Verona und das Dorf Valeggio sul Mincio sind diese Tortellini ein echtes Identitätssymbol, verbunden mit der berühmten Legende des Nodo d’Amore. Jeden Sommer feiert der Ort diese Tradition mit einer langen Tafel auf der Visconti-Brücke, an der Tausende von Gästen dasselbe Gericht teilen. So wird der Tortellino zu einer historischen Erzählung, zu einem kollektiven Ritual und zum gastronomischen Stolz der Region.
Die Tradition entstand in Valeggio sul Mincio und ist mit einer mittelalterlichen Legende verwoben: der Liebe zwischen dem Hauptmann Malco und der Nymphe Silvia, besiegelt durch ein verknotetes Taschentuch, das als ewiges Versprechen zurückgelassen wurde. Die dünnen, geknoteten Tortellini sollen genau dieses Symbol der Liebe widerspiegeln. Im Laufe der Zeit hat sich das Rezept in der lokalen Küche gefestigt und ist zu einem der repräsentativsten ersten Gänge der Provinz Verona geworden.
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