
Der venezianische Baccalà mantecato ist eine helle, samtige Creme, die entsteht, indem Stockfisch lange mit Öl aufgeschlagen wird, bis er weich und luftig wird. Der Geschmack ist zart, aber tief, mit Meeresnoten, die durch die Cremigkeit der Emulsion abgerundet werden. Auf warmen Crostini gestrichen oder neben weicher Polenta serviert, bietet er einen unwiderstehlichen Kontrast der Texturen. Er gehört zu den beliebtesten Cicchetti in den Bacari und ist perfekt für den venezianischen Aperitivo, begleitet von einer ombra Wein.
Baccalà mantecato ist eines der gastronomischen Symbole Venedigs und der Kultur der Bacari. Er erzählt von der historischen Verbindung der Serenissima mit dem Seehandel und mit haltbar gemachten Produkten aus Nordeuropa. Noch heute gilt er als einer der bekanntesten Geschmäcker der venezianischen Tradition, die bei geselligen Momenten geteilt wird.
Die Ursprünge des Gerichts reichen bis ins 15. Jahrhundert zurück und sind mit der Geschichte des venezianischen Kaufmanns Pietro Querini verbunden, der 1432 in Norwegen Schiffbruch erlitt und dort den getrockneten Stockfisch entdeckte. Nach seiner Rückkehr nach Venedig verbreitete sich der Fisch auf den Märkten der Stadt. Mit der Zeit entstand die „mantecata“-Zubereitung, bei der der gekochte Fisch mit Öl verarbeitet wird, bis er sich in eine weiche Creme verwandelt.
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