
Grostoi sind dünne, frittierte Teigbänder, goldgelb und leicht, oft geflochten oder rautenförmig geschnitten und mit einer Schneeschicht aus Puderzucker bedeckt. Beim Hineinbeißen brechen sie mit einem knusprigen Geräusch und verströmen ein zartes Aroma von Butter und Mehl, manchmal mit einem Hauch von Grappa oder Weißwein. Ihre Konsistenz ist mürbe und luftig, mit einer einfachen Süße, die sofort Lust auf noch einen macht. In Trient erscheinen sie vor allem am Ende einer Mahlzeit oder bei einer festlichen Jause während der Karnevalszeit.
Für die Trentiner sind Grostoi eines der gastronomischen Symbole des Karnevals – jener Zeit des Jahres, in der Konditoreien und heimische Küchen vom Duft süßer Frittiergebäcke erfüllt sind. Sie stehen für eine Tradition, die Familien und Gemeinschaften verbindet, und sind eng mit der Geselligkeit der Winterfeste sowie mit der alpinen Kultur eines einfachen, aber festlichen Desserts verbunden.
Grostoi gehören zur großen Familie der Karnevals-Frittiergebäcke, die in ganz Italien verbreitet sind, verwandt mit chiacchiere und frappe. Im Trentino spiegeln der Name und einige Varianten des Teigs den kulturellen Einfluss des Alpen- und mitteleuropäischen Raums wider, wo ähnliche frittierte Süßspeisen bereits in vergangenen Jahrhunderten zubereitet wurden. Im Laufe der Zeit ist das Rezept erstaunlich traditionsgetreu geblieben: dünner Teig, kurzes Frittieren und eine großzügige Bestäubung mit Puderzucker.
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