
Panelle und crocchè sind die goldene Seele des palermitanischen Streetfoods: dünne Kichererbsenmehl‑Frittellen und weiche Kartoffelkroketten, oft zusammen in einem weichen Brötchen mit Sesam bestreut serviert. Die Panelle sind leicht und knusprig, mit dem Duft von Hülsenfrüchten und Petersilie, während die crocchè – auch cazzilli genannt – innen cremig und außen knusprig sind. Heiß, salzig und frisch frittiert isst man sie beim Spaziergang durch die Märkte oder als schnellen Snack. Ein einfacher, aber unwiderstehlicher Bissen, bei dem das Frittieren zum täglichen Ritual wird.
Dieses Sandwich ist eines der bekanntesten Symbole des palermitanischen Straßenlebens. Auf den historischen Märkten wie Ballarò, Vucciria und Capo bereiten die friggituri Panelle und crocchè direkt vor den Passanten zu und schaffen so ein kollektives Ritual aus Düften und alten Gesten. Es steht für die Volksküche der Stadt: günstig, großzügig und zutiefst identitätsstiftend.
Die Panelle haben Wurzeln, die bis in die arabische Herrschaft in Sizilien (9.–11. Jahrhundert) zurückreichen, als Kichererbsenmehl als einfaches und nahrhaftes Lebensmittel gekocht und frittiert wurde. Mit der Zeit kamen die Kartoffel‑crocchè hinzu, die später in die sizilianische Volkstradition eingeführt wurden, und zusammen bildeten sie die perfekte Kombination, um sie im Brot zu servieren. Im 20. Jahrhundert wurde diese Kombination zu einem der Grundpfeiler des palermitanischen Streetfoods.
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