
Das neapolitanische Ragù ist eine dunkle, dichte und samtige Sauce, die aus vielen Stunden langsamen Köchelns entsteht, bei dem große Fleischstücke ihr Aroma und ihre Tiefe an die Tomaten abgeben. Die Farbe ist intensiv, fast bräunlich, und der Geschmack reich und vielschichtig, mit Noten von Wein, Zwiebel und geschmortem Fleisch. Traditionell umhüllt sie von Hand gebrochene Ziti oder andere kräftige Pasta, während das Fleisch anschließend als zweiter Gang serviert wird. Es ist das aromatische Herz des neapolitanischen Sonntagsessens, wenn sich das Haus schon am Morgen mit seinem Duft füllt.
In Neapel ist Ragù weit mehr als nur ein Rezept: Es ist ein familiäres Ritual und ein Symbol des Sonntags. Seine langsame Zubereitung steht für gemeinsame Zeit und die Geduld der neapolitanischen Küche. Auch im kulturellen Gedächtnis hat es seinen Platz gefunden – dank des berühmten Gedichts und der Theaterszene von Eduardo De Filippo, die es als häusliches Sinnbild der Stadt verewigen.
Die Wurzeln des neapolitanischen Ragù reichen ins 18. und 19. Jahrhundert zurück, als die französische Idee des „ragout“ von der neapolitanischen Volksküche neu interpretiert wurde. Anders als in der französischen Version gart in Neapel das Fleisch stundenlang am Stück in der Tomatensauce, bis eine sehr dichte Sauce entsteht. Im Laufe der Zeit hat sich das Rezept als Grundpfeiler der häuslichen Tradition etabliert und wird von Familie zu Familie weitergegeben.
Verifizierte Restaurants, Karten und kultureller Kontext für jedes typische Gericht.
App herunterladeniOS und Android. Kostenlos.