
Eine samtige Creme aus getrockneten Favabohnen, hell und kompakt, nimmt ein Nest aus wilden Zichorien von intensivem Grün auf. Der Kontrast ist deutlich und harmonisch: Die weiche Süße des Pürees trifft auf die pflanzliche Bitterkeit der Wildkräuter, alles veredelt durch einen großzügigen Faden natives Olivenöl extra. Das Gericht wirkt schlicht, besitzt jedoch eine tiefe, nährende und tröstliche Geschmacksfülle. In Lecce wird es oft als Hauptgericht der Hausmannskost oder als traditionelle Speise in Trattorien serviert.
Fave e cicorie verkörpert die bäuerliche Seele des Salento: ein Gericht, das aus der Erde und aus der Notwendigkeit entstand und heute ein Identitätssymbol der Küche von Lecce ist. Es erzählt von der Fähigkeit ländlicher Gemeinschaften, einfache Zutaten in eine charakterstarke Küche zu verwandeln. In traditionellen Restaurants gilt es fast als Manifest der lokalen Gastronomie.
Seine Ursprünge liegen in der cucina povera Süditaliens, als getrocknete Favabohnen eine der wichtigsten Nahrungsquellen für Bauernfamilien waren. Die wilden Zichorien, auf den Feldern gesammelt, ergänzten das Gericht mit ihrem leicht bitteren, ursprünglichen Geschmack. Im Laufe der Zeit ist das Rezept nahezu unverändert geblieben und zu einem der bekanntesten Gerichte der salentinischen Tradition geworden.
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