
Der frittierte Calzone aus Lecce ist eine goldene, prall aufgegangene Halbmondtasche mit knuspriger Oberfläche, die ein weiches, herrlich ziehendes Inneres verbirgt. Beim ersten Biss gibt der frittierte Teig mit einem leichten Knuspern nach und setzt den warmen Duft von Tomate, Mozzarella und manchmal Wurstwaren oder Ricotta forte frei. Es ist ein sättigendes, befriedigendes Streetfood, das frisch aus dem Öl abgetropft und in Papier gewickelt serviert wird. Gegessen wird es oft im Stehen, in den Gassen der Altstadt oder vor einer Frittierbude – als schneller Snack oder als unkompliziertes Abendessen.
In Lecce steht der frittierte Calzone für die populärste und geselligste Seite der Küche des Salento. Er ist das Essen der Rosticcerien und der kleinen Frittierläden im Viertel, geliebt von Studierenden, Arbeitern und Reisenden, die etwas Warmes und Schnelles suchen. Er erzählt von der Streetfood‑Tradition Apuliens, in der wenige einfache Zutaten zu einem kleinen urbanen Ritual werden.
Der Calzone entstand in Süditalien als geschlossene Variante der Pizza und verbreitete sich in unterschiedlichen Formen zwischen Kampanien und Apulien. Im Salento setzte sich die frittierte Version vor allem im 20. Jahrhundert in den städtischen Rosticcerien durch, wo das Frittieren eine schnelle Zubereitung und viel Geschmack garantierte. Im Laufe der Zeit entstanden zahlreiche Füllungen, doch die Kombination aus Tomate und Mozzarella bleibt die klassischste.
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