
Südtiroler Gulasch ist ein Rinderschmorgericht von tiefroter Farbe, umhüllt von einer dichten, duftenden Sauce aus Paprika und lange geschmorten Zwiebeln. Das Fleisch, nach langsamer Garzeit besonders zart, zerfällt beinahe schon am Löffel, während die warme, würzige Sauce dazu einlädt, mit rustikalem Brot oder Knödeln aufgenommen zu werden. Es ist ein gehaltvolles, intensiv aromatisches Gericht, das alpine Tage wohlig wärmt. In den Wirtshäusern von Bozen erscheint es vor allem bei geselligen Mittag- und Abendessen, oft begleitet von Polenta oder Spätzle.
Gulasch erzählt die Geschichte Bozens als Kreuzungspunkt zwischen italienischer Kultur und der österreichisch-ungarischen Welt. Während der Habsburgerzeit fest in die lokalen Küchen aufgenommen, wurde es zu einem der symbolträchtigen Gerichte der Tiroler Wirtshäuser der Stadt. Heute steht es für das kulinarische Gedächtnis einer Grenzregion, in der mitteleuropäische und alpine Traditionen auf dem Teller zusammenleben.
Gulasch entstand in Ungarn als Schmorgericht der Viehhirten der pannonischen Ebene und verbreitete sich zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert im gesamten österreichisch-ungarischen Reich. In Bozen wurde es von den Tiroler Küchen übernommen und neu interpretiert, wo langes Schmoren mit reichlich Zwiebeln und Paprika eine dichtere und intensivere Variante hervorbringt. Mit der Zeit wurde es zu einem Klassiker der alpinen Gasthäuser, oft serviert mit typischen Beilagen aus Südtirol.
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