
Vincisgrassi alla marchigiana sind eine üppige, geschichtete Ofenpasta, oben goldbraun überbacken und innen cremig. Dünne Blätter aus Eiernudelteig wechseln sich mit einem reichen, tiefen Ragù – oft mit Geflügelinnereien und verschiedenen Fleischsorten verfeinert – und samtiger Béchamelsauce ab. Das Ergebnis ist ein intensives, duftendes und einhüllendes Gericht mit einem Kontrast aus gratinierter Knusprigkeit und saftiger Zartheit. Es ist das große erste Gericht der festlichen Mahlzeiten in den Marken und wird dampfend in der Mitte des Tisches serviert.
In Ancona und in den Marken sind Vincisgrassi weit mehr als eine Lasagne: Sie stehen für Festküche und Gastfreundschaft. Jede Familie bewahrt ihre eigene Variante des Ragùs, ein Zeichen einer häuslichen Tradition, die von Generation zu Generation weitergegeben wird. In den historischen Restaurants der Stadt gehören sie weiterhin zu den identitätsstiftenden und meistbestellten Gerichten.
Die Ursprünge reichen mindestens bis ins 18. Jahrhundert zurück und sind im Kochbuch des Anconetaner Kochs Antonio Nebbia (1779) dokumentiert. Einer Legende nach ist der Name mit dem österreichischen General Windisch-Graetz verbunden, der nach der Belagerung von Ancona während der napoleonischen Kriege gefeiert wurde. Im Laufe der Zeit hat sich das Rezept als eine Version der Lasagne aus den Marken etabliert, gekennzeichnet durch ein komplexeres Ragù, das oft mit Geflügelinnereien angereichert wird.
Verifizierte Restaurants, Karten und kultureller Kontext für jedes typische Gericht.
App herunterladeniOS und Android. Kostenlos.