
Die Pignolata aus Reggio Calabria präsentiert sich als kleiner goldener Hügel aus frittierten Teigkügelchen, dicht aneinandergereiht und glänzend, zur Hälfte mit weißer Zitronenglasur und zur Hälfte mit einer samtigen Kakaoglasur überzogen. Beim Hineinbeißen ist sie außen knusprig und innen leicht weich, mit einem angenehmen Kontrast zwischen der frischen Zitrusnote und der intensiven Süße der Schokolade. Die Kügelchen, ähnlich kleinen knusprigen Gnocchi, verbinden sich miteinander zu einem geselligen Dessert, das man mit der Gabel auseinanderbricht. Es ist ein Festtagsdessert, das oft am Ende einer Mahlzeit serviert oder bei Feierlichkeiten und besonderen Anlässen geteilt wird.
In Reggio Calabria ist die Pignolata eine der bekanntesten identitätsstiftenden Süßspeisen, tief mit der Tradition der Straße von Messina und der Erinnerung der Familien verbunden. Sie ist ein Symbol der städtischen Festtage und der Konditoreikunst von Reggio, sowohl in den Häusern als auch in den historischen Auslagen der Konditoreien im Stadtzentrum präsent. Die doppelte Glasur, weiß und dunkel, steht auch für das Zusammentreffen kultureller Einflüsse, die Kalabrien im Laufe der Jahrhunderte geprägt haben.
Die Ursprünge der Pignolata reichen in die Zeit der spanischen Herrschaft im Königreich Neapel zurück, als ähnliche frittierte Süßspeisen sowohl in aristokratischen als auch in volkstümlichen Küchen verbreitet waren. In Reggio Calabria entwickelte sich das Rezept zu einer unverwechselbaren Variante mit doppelter Glasur aus Zitrone und Kakao und wurde besonders seit dem 19. Jahrhundert zu einem lokalen Symbol. Traditionell zum Karneval zubereitet, zählt sie heute zu den repräsentativsten Süßspeisen der Konditoreikunst von Reggio.
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