
Der Sfincione palermitano ist eine hohe, weiche und luftige Focaccia, die im Blech gebacken und mit einer großzügigen Schicht Tomatensauce bedeckt wird, die mit lange geschmorten Zwiebeln angereichert ist. An der Oberfläche finden sich würzige Sardellen, duftender Oregano und ein Regen aus geriebenem Caciocavallo, oft ergänzt durch knusprig geröstete Brotkrumen. Beim Hineinbeißen ist er innen weich und saftig, mit intensiven Kontrasten zwischen der Süße der Zwiebeln, der salzigen Note des Fisches und dem mediterranen Aroma der Kräuter. In Palermo genießt man ihn vor allem als Streetfood, warm und in Stücke geschnitten, zwischen einem Spaziergang und einem Gespräch.
In Palermo ist Sfincione weit mehr als nur eine Focaccia: Er ist ein Symbol der städtischen Volkskultur. Verkauft in Bäckereien und von den historischen ambulanten Sfincione-Verkäufern, begleitet er den Alltag der Stadtviertel und die städtischen Feste. Er ist einer jener Geschmäcker, die Palermo sofort erzählen.
Seine Ursprünge reichen wahrscheinlich bis ins 17. Jahrhundert zurück, als die Nonnen des Klosters San Vito in Palermo eine reichhaltigere Version der volkstümlichen Focaccia schufen und sie mit in der Stadt verfügbaren Zutaten bereicherten. Im Laufe der Zeit verbreitete sich das Gericht auf den Straßen und Märkten und wurde zu einer der beliebtesten Spezialitäten des lokalen Streetfoods. Das Rezept hat seine einfache und intensive Identität bewahrt, mit nur wenigen Veränderungen im Laufe der Jahrhunderte.
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