
Die Pignolata aus Messina ist ein Triumph aus kleinen goldenen Kugeln aus frittiertem Teig, zu einem kleinen Berg aufgeschichtet und in zwei Seelen geteilt: eine umhüllt von einer glänzenden, duftenden Zitronenglasur, die andere von einem samtigen Guss aus dunkler Schokolade. Beim Hineinbeißen ist sie außen knusprig und innen leicht weich, mit einem Gleichgewicht aus Süße, Zitrusnote und Kakao. Die zweifarbige Optik macht sie besonders dekorativ, fast festlich. Es ist der klassische Kuchen zum Teilen am Ende einer Mahlzeit oder während der Feiertage.
In Messina ist die Pignolata eines der Symbole der städtischen Konditoreikunst und eng mit dem kollektiven Gedächtnis sowie den Karnevalsfeiern verbunden. Ihre gesellige Form, bestehend aus vielen kleinen miteinander verbundenen Kugeln, erinnert an die Idee von Fest und Gemeinschaft. Für die Einwohner von Messina ist sie ein identitätsstiftendes Dessert, das in den historischen Auslagen der Stadt nicht fehlen darf.
Die Ursprünge der Pignolata reichen vermutlich bis in die spanische Zeit Siziliens zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert zurück, als ähnliche frittierte Süßspeisen zu Festtagen zubereitet wurden. Ursprünglich war sie ein einfacher Berg aus frittierten Kugeln, die mit Honig überzogen waren; in Messina entwickelte sie sich zur berühmten „weißen und schwarzen“ Version mit Zitronenglasur und Schokolade. Diese Variante gilt heute als die ikonischste Form des Rezepts.
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