
Orecchiette mit Ricotta forte kommen mit einer cremigen, aromatischen Sauce auf den Tisch, in der das leuchtende Rot der Tomate auf die scharfe, fermentierte Note der Ricotta forte trifft. Die raue, konkave Pasta hält die Sauce in jeder ihrer Vertiefungen, während der Duft von nativem Olivenöl extra und Knoblauch die Luft erfüllt. Der Geschmack ist kräftig, fast kühn: salzig, leicht pikant und zutiefst mediterran. Es ist ein geselliges erstes Gericht, das häufig zum Mittagessen in den Trattorien und in den Häusern des Salento serviert wird.
In Lecce und im Salento ist Ricotta forte weit mehr als nur eine Zutat: Sie ist ein Symbol der bäuerlichen Küche, entstanden, um Milch haltbar zu machen und zu verwerten. Orecchiette, die mit dieser fermentierten Creme gewürzt werden, erzählen von einer gastronomischen Identität voller intensiver Aromen und von Gesten, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Es ist eines jener Gerichte, die die Menschen aus dem Salento sofort als Teil ihrer eigenen kulinarischen Erinnerung erkennen.
Ricotta forte, lokal auch "scante" genannt, entstand als Methode, übrig gebliebene Ricotta zu verwerten: Sie wird fermentieren gelassen und so lange verarbeitet, bis eine Creme mit intensivem Geschmack entsteht. Die Kombination mit Orecchiette verbreitete sich zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert in den Hausküchen des Salento, als handgemachte Pasta auf einfache, aber charaktervolle Saucen traf. Mit der Zeit wurde das Gericht zu einer festen Präsenz in den Trattorien von Lecce und zu einem Symbol der authentischen Küche der Region.
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