
Eine warme, goldgelbe Polenta, weich oder leicht fest, trägt obenauf eine reichhaltige Sauce aus Steinpilzen oder ein duftendes Wildragout aus Hirsch oder Reh. Der Duft erinnert an Wald und geschmolzene Butter, mit tiefen Noten von alpinen Kräutern und geschmortem Fleisch. Am Gaumen ist sie umhüllend, rustikal und wohltuend. Ein klassisches Gericht aus der Berghütte oder einem Alpen‑Gasthaus an kalten Tagen.
In Bozen erzählt Polenta mit Pilzen oder Wild vom Zusammentreffen der alpinen Bauernkultur mit der venetisch‑tirolerischen Tradition. Das Gericht stammt aus der Bergküche, wo Mais, Waldpilze und Wildfleisch leicht verfügbare und nahrhafte Zutaten waren. Noch heute verkörpert es die authentischste und geselligste Seele der Südtiroler Tischkultur.
Polenta wurde in den Alpen zu einem Grundnahrungsmittel, nachdem sich Mais im 16. Jahrhundert in Europa verbreitet hatte. In den Tälern rund um Bozen wurde sie oft mit dem kombiniert, was die Umgebung bot: im Wald gesammelte Pilze oder Wild wie Hirsch und Reh. Mit der Zeit entwickelte sich diese einfache Kombination zu einem Klassiker der alpinen Küche, der in traditionellen Trattorien serviert wird.
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