
Kleine Schätze aus Eiernudelteig, mit handwerklicher Präzision gefaltet und gefüllt mit einer reichhaltigen Mischung aus Fleisch und Parmigiano Reggiano. In einer klaren, duftenden Brühe aus Kapaun oder Rind serviert, entfalten die Tortellini ein warmes, umhüllendes Gleichgewicht aus Würze, Zartheit und feiner Delikatesse. Jeder Löffel verbindet die seidige Leichtigkeit der Brühe mit der zarten Konsistenz der dünnen Pasta. Es ist das erste Gericht schlechthin auf festlichen Tafeln in Bologna, besonders bei winterlichen und weihnachtlichen Mahlzeiten.
In Bologna sind Tortellini in Brühe weit mehr als nur ein Rezept: Sie sind ein familiäres Ritual und ein identitätsstiftendes Symbol. Sie von Hand zuzubereiten, oft gemeinsam, steht für die Verbindung zwischen den Generationen und für die Hingabe der Stadt zu ihrer Küche. An Feiertagen, besonders zu Weihnachten, ist kein traditioneller bolognesischer Tisch vollständig ohne eine dampfende Terrine voller Tortellini.
Die Ursprünge der Tortellini reichen bis ins mittelalterliche Emilia zurück und sind von Legenden umgeben, darunter die berühmte Geschichte, nach der ihre Form vom Bauchnabel der Venus inspiriert wurde. Im Laufe der Zeit wurde das Rezept vor allem zwischen Bologna und Modena festgelegt, mit einer Füllung aus verschiedenen Fleischsorten, Rohschinken und Parmigiano Reggiano. Die Variante in Brühe ist die klassischste und feierlichste Zubereitung geblieben und wird auch von der lokalen gastronomischen Tradition besonders gewürdigt.
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