
Der Brodetto nach Ancona-Art ist eine intensive und duftende Fischsuppe mit der warm roten Farbe der Tomaten, leicht von Essig überhaucht. Im Teller vereinen sich viele Fischarten aus der Adria, die langsam gegart werden, bis ein reichhaltiger, würziger und leicht säuerlicher Sud entsteht. Die Konsistenz ist großzügig: zarte Fischstücke in einer dichten Sauce, perfekt, um sie mit geröstetem Brot aufzunehmen. Es ist ein geselliges Gericht, oft Mittelpunkt langer Mittagessen und maritimer Abendessen.
In Ancona ist Brodetto weit mehr als eine Suppe: Er erzählt gastronomisch vom Hafen und vom Leben der Fischer. Entstanden aus der Gewohnheit, den weniger wertvollen Fang des Tages gemeinsam zu kochen, gilt er heute als eines der identitätsstiftenden Symbole der Stadt und ihrer maritimen Tradition. Lokale Veranstaltungen und Bruderschaften bewahren bis heute das Rezept.
Die ersten Zeugnisse des Brodetto aus Ancona reichen mindestens bis ins 19. Jahrhundert zurück, doch die Zubereitung hat ihre Wurzeln vermutlich in den Praktiken der Fischer der Adria, die ihren gemischten Fang direkt auf den Booten kochten. Die Version aus Ancona zeichnet sich durch die Verwendung von Essig zusammen mit Tomaten und durch die Vielzahl an Fischarten aus, traditionell bis zu dreizehn. Im Laufe der Zeit wurde das Rezept festgelegt und entwickelte sich zu einem der berühmtesten Brodetto-Gerichte Italiens.
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