
Breite Bänder aus Eierpasta, rau und goldgelb, umhüllt von einem langsam gekochten, tief aromatischen Fleischragù, in dem Tomate, Wein und Soffritto zu einem einhüllenden Duft verschmelzen. Die Sauce haftet an den Tagliatelle und schafft ein reiches Gleichgewicht zwischen Zartheit und Struktur. Der Geschmack ist warm, rund und lang anhaltend, mit Noten von geschmortem Fleisch und Butter. Es ist der Inbegriff des ersten Gangs beim bolognesischen Mittagessen – das Gericht, das Geselligkeit und Sonntage im Familienkreis ankündigt.
Tagliatelle al ragù gehören zu den stärksten gastronomischen Symbolen von Bologna und der gesamten Emilia-Romagna. Sie stehen für die Kultur der handgemachten frischen Pasta und einer langsamen, häuslichen und großzügigen Küche. Ihr traditionelles Rezept wurde sogar bei der Handelskammer von Bologna hinterlegt – ein Zeichen seiner identitätsstiftenden Bedeutung.
Das Ragù alla bolognese hat seine Wurzeln in der aristokratischen Küche zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert und entwickelte sich aus Zubereitungen mit fein gehacktem, langsam gegartem Fleisch. Mit der Zeit stabilisierte sich das Rezept in der heute bekannten Form: Soffritto, Rindfleisch (oft mit Pancetta), Wein, Milch und eine kleine Menge Tomate. 1982 hinterlegte die Accademia Italiana della Cucina die offizielle Version des Rezepts bei der Handelskammer von Bologna.
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